Basale Stimulation® in der Ausbildung Altenheim-, Palliativ- und Hospizseelsorge

 

Basale Stimulation® ist ein Konzept zur Begleitung und Förderung beeinträchtigter Menschen. Es wurde ursprünglich für Pädagogik und Therapie entwickelt, und kommt unter anderem im Bereich professioneller Pflege zur Anwendung.

Basale Stimulation® unterstützt ganzheitliche, körperbezogene Verständigung und fördert Fähigkeiten der Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation.

Seelsorgerische Kommunikation im palliativen Tätigkeitsfeld stößt bei schwerstkranken Menschen und im Sterbeprozess an Grenzen: Betroffene sind oftmals in ihren Fähigkeiten eingeschränkt, gesprochenes Wort aufzunehmen und/oder sich verbal mitzuteilen. Dies erschwert den Kontakt, weil die Person mit den Möglichkeiten der Sprache nur eingeschränkt oder gar nicht mehr erreicht werden kann.

 

Dies war der Grund, weswegen die Ausbildung islamischer Seelsorgerinnen und Seelsorger um Elemente der Basalen Stimulation® bereichert werden sollte. In die Qualifikationsmaßnahme wurde ein intensiver Tag zum Kennenlernen des Konzepts eingebunden. Eine kleine Gruppe erfahrener Seelsorger nahm an der ersten Veranstaltung dieser Art unter Leitung einer lizenzierten Trainerin teil.

Neben der Vermittlung von Fachwissen bildeten praktische Übungen zur menschlichen Wahrnehmung einen wichtigen Teil der Bildungsveranstaltung. Die geführten Angebote zum Selbst-Erspüren bestimmter Situationen, wie sie bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit erlebt werden, wurden von den Teilnehmern rege angenommen. „Am eigenen Leib“ gemachte Erfahrungen berühren uns, bleiben in Erinnerung, lassen Empathie wachsen und beleben innere Haltung neu. Sie werden sich im Kontakt mit Betroffenen positiv auswirken. 

Durch Verknüpfung der eigenen Routinen in der seelsorgerischen Tätigkeit mit den Inhalten des Konzepts wurde das Thema erlebbar gemacht, und ein angeregter fachlicher Austausch ausgelöst. Auch spezifische Aspekte der Anwendung körperbezogenen Arbeitens im Kontext von religiösen Überzeugungen und traditionellen Geschlechterrollen konnten diskutiert und individuelle, respektvolle Lösungen besprochen werden.

Den eigenen Körper wahrzunehmen ist wesentliche Voraussetzung, um einen Zugang zu Mitmenschen und  der Umwelt aufbauen zu können.

Elemente Basaler Stimulation® sind Angebote, Entwicklungsanregungen, Orientierungshilfen. In gesundheitlichen Krisen und Grenzsituationen wirken sie sich stressreduzierend aus, was in der letzten Phase des Lebens als entlastend erfahren und für die Beteiligten hilfreich sein kann. 

Basale Stimulation® setzt auf einfache Mittel: Anregungen der Sinne, aufmerksame Beobachtung und bewusste Berührungen, die im Rahmen körperorientierter Tätigkeiten durch Pflegefachpersonal  selbstverständlich vorkommen. Basales Arbeiten auch im seelsorgerischen Feld bewusst zu verwenden bereichert Begleiter und Begleitete – ermöglicht sie doch den Austausch zwischen Menschen auch über die Grenzen von Behinderungen und Krankheit hinweg.

Claudia Schwartz

Praxisbegleiterin für Basale Stimulation® in der Pflege

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