Grußwort des Mannheimer Oberbürgermeisters

Etwa neun Prozent der rund 327.000 Einwohner Mannheims sind muslimischen Glaubens. Das religiöse und soziokulturelle Leben in mehr als einem Dutzend muslimischer Gemeinden und Vereine ist ein fester Bestandteil der Mannheimer Stadtgesellschaft. Sichtbares Zeichen hierfür ist die 1995 als ihrerzeit größte Moschee Deutschlands fertiggestellte Yavuz-Sultan-Selim Cami in der Mannheimer Innenstadt.

In einer Stadt wie Mannheim, die von einer Vielzahl an Kulturen und Religionen geprägt ist, kommt der Gestaltung des Zusammenlebens eine hohe Bedeutung zu: Die Anerkennung der gemeinsamen Grundlagen, auf denen unser Gemeinwesen basiert, und die Bereitschaft zur gemeinsamen Verantwortung für unsere Stadt sind hierbei ebenso wichtig wie die gegenseitige Akzeptanz und die Respektierung kultureller und religiöser Unterschiede. Für ein solches Miteinander bedarf es der Begegnung und des Austauschs zwischen den Kulturen und Religionen. Es muss Gelegenheiten geben, sich kennenzulernen, um mehr voneinander zu erfahren und miteinander in den Dialog zu kommen. Kenntnis und Verständnis bilden die Voraussetzung für gegenseitige Wertschätzung, die für ein gelingendes Zusammenleben in Vielfalt unverzichtbar ist.
   
Mit dem Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog e.V. wurde zeitgleich mit der Moschee eine Einrichtung geschaffen, um diese wichtige Begegnungs- und Dialogarbeit mit den muslimischen Gemeinden in Mannheim aufzubauen und dem in den letzten Jahren gewachsenen öffentlichen Interesse am Islam durch Information und Aufklärung Rechnung zu tragen. Bis heute wurden weit über 300.000 Besucherinnen und Besucher durch die Moschee geführt. Diese beachtliche Zahl bestätigt die Wirksamkeit und den Erfolg des Ansatzes der „Offenen Moschee“. Mit seinem kontinuierlich erweiterten Angebot an Seminaren, Vorträgen, Gesprächskreisen und Kulturveranstaltungen bietet das Institut vielfältige Zugänge und Gelegenheiten für ein besseres Verständnis der zweitgrößten Religionsgemeinschaft in unserer Stadt.

Die vom Institut initiierten interreligiösen Schulgottesdienste, der Aufbau von Jugendgruppen in Moscheegemeinden und die Durchführung von interreligiösen Jugendprojekten setzen wertvolle Impulse für die Begegnung zwischen den Religionen. Weiterhin unterstützt das Institut die Öffnung der Moscheevereine in die Gesellschaft und vermittelt  als zuverlässiger Ansprechpartner zwischen muslimischen Gemeinden, Verwaltung, Schulen, Kirchen und der Bürgerschaft. Moschee-besuche von Gruppen aus dem In- und Ausland sowie eine Vielzahl an wissenschaftlichen und journalistischen Publikationen über das Mannheimer Konzept der „Offenen Moschee“ belegen eindrücklich die hervorragende interreligiöse Integrationsarbeit, die das Institut seit seiner Gründung vor 15 Jahren stetig weiterentwickelt hat.

Erklärtes Ziel der Stadt Mannheim ist die Gestaltung eines vorbildlichen Zusammenlebens der Kulturen. Das Wirken des Instituts ist hierfür beispielgebend. Ich gratuliere dem Institut zur vorliegenden Broschüre und dem Internetauftritt und wünsche beidem weite Verbreitung über die Stadtgrenzen hinaus - als gutes Beispiel für gelingende Integrationsarbeit aus Mannheim. Den Mitarbeitern des Instituts und dessen Unterstützerkreis danke ich für ihr unermüdliches Engagement und wünsche dem Institut weiterhin den angestrebten und verdienten Erfolg.
 
Mannheim, im Mai 2009


Dr. Peter Kurz
Oberbürgermeister

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