Von der Gründung 1995 bis heute

Von 1995 bis 2002: Das Institut für Deutsch-Türkische Integration und interreligiösen Dialog gewinnt rasch an Bedeutung

Im März 1995 wurde die damals größte repräsentative Moschee Deutschlands, die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee am Luisenring 28 in Mannheim eröffnet. Vorausgegangen waren  monatelange Diskussionen zwischen dem Träger Islamischer Bund Mannheim e. V und der das Projekt von Anfang an unterstützenden Stadt Mannheim. In dieser Zeit gab es einen intensiven Austausch mit der zunächst besorgten Bevölkerung.

Aus den damaligen Ängsten ist in wenigen Jahren Akzeptanz und sogar Stolz geworden, weil damit der Weg für den Bau von Moscheen und das friedliche Nebeneinander und Zusammenwirken von christlicher, islamischer und jüdischer Religion über Mannheim hinaus geebnet wurde. In einem guten Jahrzehnt hat sich viel getan, ablesbar an 159 eröffneten  und 184 im Bau befindlichen Moscheen (2007). Seit einem Jahrzehnt begleitet das Institut mit Beratung und Seminaren den konfliktreichen Prozess der Zusammenarbeit zwischen muslimischen Organisationen, Städten und Bürgern, wenn es um den Bau von Moscheen geht.

1995 wurde nicht nur die Christlich-Islamische Gesellschaft Mannheim e. V., sondern auch das Institut für Deutsch-Türkische Integration und interreligiösen Dialog e.V. gegründet. Der intensive Austausch in der Planungs- und Realisierungsphase der Moschee zwischen Vertretern der Christen und Juden und von Gesellschaftsgruppen hatte deutlich gemacht, dass eine Plattform für den interreligiösen Dialog und interkulturellen geschaffen werden sollte. Das Ziel: Verbesserung der Information, Initiativen und Begleitung von Aktivitäten zur Integration der immer um die 20.000 türkischen Einwohner in Mannheim und weiteren rund 30.000 im Nachbarort Ludwigshafen und in der Region.

Aus der Initiative von vier Privatpersonen ist das heute bundesweit bekannte wie geachtet Institut gewachsen. Das Team des Instituts ist zu einem geschätzten Partner von kommunalen wie Landes-Organisationen, für die evangelische wie katholische Kirche, für Schulen, Moschee-Gemeinden und Bürger-gruppen für Integrationsvorhaben, ebenso für die interkulturelle und interreligiöse Kommunikation geworden.

Inhalte und Engagement des Instituts  wurden z. B. 1997 durch Verleihung des Hauptpreises der Karl-Kübel-Stiftung gewürdigt. Die Anerkennung der geleisteten Arbeit wird daran deutlich, dass die Stadt Mannheim das Institut finanziell fördert, Stadträte und Mitarbeiter von Ämtern sich für die Aktivitäten persönlich engagieren. Ohne diese Unterstützung, ohne die Einbeziehung bei Projekten von Land und Bund und die dafür bereitgestellten Mittel wären die vielfältigen Aufgaben damals wie heute nicht zu leisten.

Dazu an dieser Stelle einige Stichworte: Projekt offene Moschee: Von 1995 bis 2002 wurden rund 150.000, jetzt 2008 mehr als ca.250.000 Bürger durch Führungen und ein Kurzseminar über den Islam informiert.

Beratung und Begleitung von Kirchen, Schulen, Kindergärten und Moschee-Vereinen bei der Gestaltung von gemeinsamen Feiern, z. B. beim Ramadanfest und Weihnachten, die zu einem Verstehen der jeweils anderen Kultur beitragen.

Qualifizierung von 63 Jugendarbeitern und Jugendarbeiterinnen für die integrierende Arbeit mit Jugendlichen in den muslimischen Vereinen bzw. Gemeinden.

Integrationskurse für junge, neu nach Deutschland kommende oder schon länger im Land lebende Frauen, die sich aus den traditionellen Familienstrukturen lösen und in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen. Von 1997 bis 2002 haben 150 Frauen, in den weiteren Jahren bis heute 115 Frauen erfolgreich teilgenommen.

Begleitung des in 2001 begonnenen BMA-Xenos-Projekts „Miteinander arbeiten – voneinander lernen“, mit dem Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz entgegenwirkt wird.

Youth Empowerment Partnership Programme (JEPP), mit denen Jugendliche mehr Kontrolle über ihr individuelles und gesellschaftliches Leben und über Ihre eigene Zukunft gewinnen sollten, führte das Institut mit IKUBIZ und Freudenberg-Stiftung zusammen.

Teammitglieder halten regelmäßig Vorträge, leiten Fortbildungen und beraten zu Fragen der Integration und des Dialogs der Kulturen und Religionen: an Hochschulen, bei den politischen Parteien, bei Stiftungen und Stadtverwaltungen, in Einrichtungen der Erwachsenen-Bildung, der Evangelischen und Katholischen Akademien und in Schulen und Kindergärten. Gerade mit diesen Aktivitäten hat das Institut weit über die Region Mannheim hinaus in ganz Deutschland an Bedeutung gewonnen. Abzulesen ist dies z. B. auch durch die aktive Teilnahme am Evangelischen Kirchentag und am Friedensgottesdienst 2001, am Symposium „Ist der Islam mit der westlichen Demokratie vereinbar“, 2000 und an der Fachtagung für Imame und Pfarrer/Innen 2006, die große Aufmerksamkeit im Rhein-Neckar-Kreis bekam.

Musik und Meditation sind ausgezeichnete Felder für den interreligiösen Dialog, für das Kennenlernen und Verstehen der anderen Kulturen. Deshalb gibt es nun schon weit über ein Jahrzehnt einmal wöchentlich kurze Lesungen zu den großen Weltreligionen und dann von Musik begleitete oder auch stille Meditationen in den Räumen des Instituts.

Weiter Informationen hierzu finden Sie in unserer Broschüre.

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